Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – das gilt besonders für die Atmung. In unserer Praxis für Kinderpneumologie in Greifenberg am Ammersee untersuchen und behandeln wir Atemwegs- und Lungenerkrankungen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit moderner Diagnostik und viel Erfahrung. Ziel ist es, die Ursachen der Beschwerden zu erkennen, Langzeitschäden zu vermeiden und Ihrem Kind eine möglichst unbeschwerte Atmung zu ermöglichen.
Was ist Kinderpneumologie?
Kinderpneumologie – oder Kinderlungenheilkunde – ist ein Spezialgebiet der Kinder- und Jugendmedizin, das sich mit Erkrankungen der Atemwege und der Atmung befasst. Dazu gehören Nase, Nasennebenhöhlen, Rachen, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und Lungenbläschen. Kinderpneumologen sind Kinderärztinnen und Kinderärzte mit zusätzlicher mehrjähriger Weiterbildung auf diesem Gebiet.
Kinder brauchen im Vergleich zu Erwachsenen 2-3 x mehr Sauerstoff und tolerieren Sauerstoffmangel sehr viel schlechter als Erwachsene, weil ihr Lungenvolumen sehr viel kleiner ist. Darüber hinaus haben die Atemwege von Säuglingen, Klein- und Vorschulkindern einen sehr viel kleineren Durchmesser. Schwellungen im Bereich der Atemwege können deshalb schneller als bei größeren Kindern und Erwachsenen zu einer kritischen Beeinträchtigung der Sauerstoffversorgung führen.
Deswegen betreffen die meisten Notfälle im Kindesalter Erkrankungen der Atemwege. Die Atemwege umfassen die Nase und die Nasennebenhöhlen, den Rachen, den Kehlkopf, die Luftröhre, die Bronchien, Bronchiolen und Lungenbläschen.
Vor allem Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder können bei Beeinträchtigungen der Atmung durch Sauerstoffmangel schnell vital bedroht sein.
Anzeichen für akute Atemnot können z.B. Nasenflügeln, Einziehungen im Bereich des Brustkorbs, schnelle oberflächliche Atmung oder blaue Verfärbung der Lippen sein. Ein ziehendes Geräusch beim Einatmen entsteht bei einer Enge im Bereich des Kehlkopfes.
Starker Husten, pfeifendes Atemgeräusch und Atemnot sind Symptome eines Asthmaanfalls.
Wann sollte mein Kind zum Kinderpneumologen?
Viele Eltern sind unsicher, ab wann Husten oder Atemprobleme genauer abgeklärt werden sollten. Einige Warnzeichen sprechen dafür, eine Kinderpneumologin aufzusuchen.
Husten länger als 2 Wochen am Stück oder immer wiederkehrende Hustenepisoden
häufige Bronchitiden oder Pseudokrupp-Anfälle
Kurzatmigkeit oder Atemnot, v. a. beim Spielen oder Sport
auffällige Atemgeräusche (Pfeifen, ziehendes Geräusch beim Einatmen)
deutliche Infektanfälligkeit, v. a. der Atemwege
Wichtig: im Notfall 112
Atemnot im Kleinkindalter ist immer ein Notfall. Anzeichen können Nasenflügeln (die Nasenflügel weiten sich bei jedem Atemzug), Einziehungen am Brustkorb, sehr schnelle Atmung oder eine bläuliche Verfärbung der Lippen sein. In diesem Fall wählen Sie bitte sofort den Notruf 112.
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Untersuchungen in unserer Kinderpneumologie
Viele kinderpneumologische Untersuchungen sind heute bereits im Kleinkindalter möglich. Wir setzen altersgerechte Verfahren ein, die aussagekräftig und für Kinder gut durchführbar sind.
Lungenfunktionsuntersuchungen
In unserer Praxis stehen unterschiedliche Lungenfunktionsverfahren zur Verfügung, zum Beispiel Spirometrie, Ganzkörperbodyplethysmografie und Messungen des Atemwegswiderstands.
Mit der Impulsoszillometrie (IOS) können wir den Atemwegswiderstand schon bei sehr jungen Kindern außerhalb der Kabine messen – das Kind sitzt dabei entspannt auf dem Schoß der Eltern und atmet im normalen Rhythmus in das Messgerät.
Bronchiale Provokationstests und Peak-Flow
Um Belastungsasthma oder eine erhöhte bronchiale Empfindlichkeit zu erkennen, führen wir standardisierte Provokationstests durch, zum Beispiel mit kalter Luft oder körperlicher Anstrengung auf dem Laufband. Ergänzend kann eine Peak-Flow-Messung zu Hause helfen, den Verlauf der Atemwegsfunktion im Alltag zu beurteilen.
Entzündungsdiagnostik (FeNO und nasales NO)
Zur Beurteilung einer allergischen bzw. eosinophilen Entzündung der Bronchialschleimhaut messen wir das Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft (FeNO). Zusätzlich kann das nasale NO im Rahmen des Screenings auf bestimmte Zilienfunktionsstörungen gemessen werden.
Ultraschall und Laboruntersuchungen
Ultraschalluntersuchungen von Nasennebenhöhlen und Lunge helfen uns, Ursachen von Symptomen einzugrenzen, ohne Strahlenbelastung. Moderne Labor-Diagnostik – zum Beispiel auf RSV, Influenza oder SARS-CoV‑2 – und ggf. ein Multiplex-Allergietest ergänzen die Abklärung bei Infektanfälligkeit und Verdacht auf allergische Ursachen.
Katja Tischer
Katja Tischer
Typische Krankheitsbilder
In unserer Kinderpneumologie sehen wir ein breites Spektrum an Erkrankungen – von häufigen Bronchitiden bis zu chronischen Lungenerkrankungen.
Bronchitis und obstruktive Bronchitis
Die Bronchien sind das Röhrensystem, durch das die Atemluft bis in die äußersten Anteile der Lunge gelangt. Entzündet sich ihre Schleimhaut, spricht man von Bronchitis. Vor allem Kleinkinder erkranken häufig daran, weil ihre Bronchien noch sehr klein sind.
Infektionen der Atemwege können zu einer Schwellung der Schleimhaut und vermehrter Schleimbildung führen – die Bronchien verengen sich, man spricht dann von einer obstruktiven Bronchitis.
Typisch sind starker Husten, pfeifende Atemgeräusche und zum Teil Atemnot.
Wenn Ihr Kind bereits häufiger als drei Mal an einer akuten oder obstruktiven Bronchitis gelitten hat, sollte eine kinderpneumologische Abklärung erfolgen. Wichtig sind dann eine individuell angepasste Inhalationstherapie und gegebenenfalls weitere Diagnostik, zum Beispiel zum Ausschluss von Allergien.
Pseudokrupp ist ein häufiges Krankheitsbild im Kleinkindalter. Es handelt sich um eine akute Schwellung der Schleimhaut im Kehlkopf, meist ausgelöst durch Erkältungsviren in Herbst und Winter. Typische Symptome sind plötzlich einsetzender, bellender Husten und ein ziehendes Geräusch bei der Einatmung (Stridor), oft in der Nacht.
Wichtig sind Ruhe, aufrechte Haltung und kühle, frische Luft. Bei deutlich erschwerter Atmung oder Stridor in Ruhe sollte umgehend der Notarzt (112) alarmiert werden. Eventuell verordnete Notfallmedikamente kommen dann nach ärztlicher Anweisung zum Einsatz.
Asthma bronchiale
Asthma bronchiale gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Erkrankungen. Aktuell erkranken ca. 10% aller Kinder und Jugendlicher daran. Ursächlich ist ein komplexes Zusammenwirken von genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren wie Feinstaubbelastung, Passivrauchen, ungünstiger Ernährung, ungesundem Innenraumklima, Atemwegsinfekten (bakteriell udn viral) und Allergien. Asthma bronchiale gehört zu den typischen chronisch-entzündlichen sogenannten „Western-Lifestyle“ – Erkrankungen.
Im Säuglings-und Kleinkindalter überwiegt das sogenannte Infektasthma. Hier werden Verengungen der unteren Atemwege durch Virusinfekte ausgelöst.
Zu den Symptomen gehören lang andauernder, meist trockener und häufig nächtlicher Husten, v.a. in den frühen Morgenstunden.
Häufig werden auch Atemgeräusche wie Pfeifen beim Ausatmen beobachtet.
Beim Belastungsasthma treten die Beschwerden wie Husten und Atemnot nur während bzw. kurz nach körperlicher Anstrengung auf.
Mit zunehmendem Alter nimmt das allergische Asthma bronchiale an Häufigkeit zu. Dies wird durch Aeroallergene wie z.B. Hausstaubmilben, Pollen und Tierhaare ausgelöst. Im Schulalter handelt es sich in den meisten Fällen um ein allergisches Asthma.
Ich erachte es als zentrale Aufgabe der Kinderpneumologie, die individuellen Auslöser zu klären udn nach Möglichkeit zu eliminieren.
Ziel der modernen kinderpneumologischen Therapie ist, dass das betroffene Kind uneingeschränkt an allen altersentsprechenden Aktivitäten teilnehen kann und keine Schulfehltage durch Asthma auftrete. Um dies zu gewährleisten bedarf es häufig des Einsatzes inhalativer Medikamente die täglich bzw. bedarfsabhängig eingesetzt werden.
Eine wirksame Therapie steht und fällt mit der richtigen Inhalationstechnik. Wir wählen gemeinsam mit Ihnen das passende Inhalationsgerät und die geeigneten Medikamente aus – vom Feuchtvernebler über Spacer bis zum Pulverinhalator.
In der Praxis üben wir die Technik Schritt für Schritt, bis sie im Alltag sicher funktioniert. So lässt sich die Wirkung der Medikamente verbessern und die Dosis oft reduzieren.
Zur Abklärung einer Infektanfälligkeit sind Laboruntersuchungen des Immunsystems erforderlich, wie z.B. Bestimmung von Immunglobulinen oder Anzahl und Funktion spezieller Zellen des Immunsystems. Auch die Bestimmung von Mikronährstoffen wie z.B. Eisen und Selen ist Bestandteil der Diagnostik. Hier besteht die Aufgabe des Kinderpneumologen/der Kinderpneumologin darin, herauszufinden, ob Häufigkeit und Schwere der Infektionen über das normale Maß des entsprechenden Alters hinaus gehen und eine z.B. angeborene Abwehrschwäche besteht. Hinweise darauf sind z.B. wiederholte Lungenentzündungen, gehäufte und schwere bakterielle Infektionen an anderen Organen.
Störungen des Mikrobioms im Darm können ebenfalls Ursache erhöhter Infektanfälligkeit sein und können bei uns diagnostiziert und behandelt werden.
Long- und Post-Covid
Long-bzw.Post-Covid Erkrankungen treten meist bei älteren Kindern und Jugendlichen auf. Die Diagnose ist sehr viel schwieriger, je nach Lokalisation der Störung stehen z.b. Inhalationsmedikamente zur Verfügung. Die Prognose ist in den meisten Fällen sehr gut und die Lungenfunktion normalisiert sich im Verlaufe einiger Monate.
Die Impfberatung bei chronischen Lungenerkrankungen bzgl. Infektionserkrankungen, welche die Atemwege betreffen wie Keuchhusten, Pneumokokken, RSV-und Influenza ist Bestandteil der Kinderpneumologie.
Ganzheitliche Kinderpneumologie
Unter ganzheitlicher Medizin in der Kinderpneumologie verstehe ich mehr als das Stellen einer schulmedizinischen Diagnose. Ich betrachte den gesamten Organismus Ihres Kindes – inklusive Versorgung mit Mikronährstoffen (Vitamine, Spurenelemente), Zustand des Darm-Mikrobioms, Ernährung, Bewegung und Belastung durch Stress. Ziel ist es, Ursachen von Erkrankungen zu erkennen und zu beseitigen, um eine Chronifizierung zu vermeiden und die Identifikation Ihres Kindes mit einer Diagnose möglichst zu verhindern.
Langfristig möchte ich Kinder und Jugendliche aus der „Schublade“ einer Diagnose befreien. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das Ihrem Kind hilft, Beschwerden deutlich zu reduzieren oder im besten Fall ganz zu überwinden.
Inhalationstherapie – gemeinsam üben, bis es klappt
Eine wirksame Therapie steht und fällt mit der richtigen Inhalationstechnik. Wir wählen gemeinsam mit Ihnen das passende Inhalationsgerät und die geeigneten Medikamente aus – vom Feuchtvernebler über Spacer bis zum Pulverinhalator. In der Praxis üben wir die Technik Schritt für Schritt, bis sie im Alltag sicher funktioniert. So lässt sich die Wirkung der Medikamente verbessern und die Dosis oft reduzieren.
Allergologie und Kinderpneumologie
Viele kinderpneumologische Erkrankungen – insbesondere Asthma bronchiale – hängen eng mit Allergien zusammen. In unserer Praxis sind Allergologie und Kinderpneumologie daher untrennbar miteinander verbunden.
Zur Abklärung möglicher Auslöser setzen wir moderne allergologische Diagnostik ein, zum Beispiel die Bestimmung von spezifischem IgE im Blut sowie Haut-Pricktests. Besonders wichtig ist außerdem eine gute Nasenatmung, da die Nase als Filter für die unteren Atemwege dient und Allergene sowie Krankheitserreger aus der Atemluft abfängt.
Durch moderne Diagnostik und Therapie ist es heute in den meisten Fällen möglich, Kinder so zu behandeln, dass sie im Alltag kaum eingeschränkt
sind. Da die Atemwege beständig wachsen und sich die Beschwerden je nach Wachstumsphase sowie Infekt- bzw. Allergiesaison verändern können, sollten Kinder mit Lungenerkrankungen je nach Schweregrad etwa alle drei bis sechs Monate bei der Kinderpneumologin vorgestellt werden.
Mehr Informationen zu unseren allergologischen Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite Allergologie.
Nasenatmung als Schutz für die Lunge
Bei allergischem Asthma bronchiale ist die Behandlung der häufig verlegten Nasenatmung genauso wichtig wie die Therapie der unteren Atemwege. Die Nase fungiert als Schutzfilter für die Lunge: Studien zeigen, dass eine funktionierende Nasenatmung einen Großteil der Allergene und Krankheitserreger aus der Atemluft zurückhält. Dadurch sinkt das Risiko für Asthmabeschwerden deutlich.
Termin in unserer Privatpraxis vereinbaren
Sie möchten Ihre Allergie abklären lassen oder wünschen eine Zweitmeinung? Vereinbaren Sie Ihren Termin bequem online – wir nehmen uns Zeit für eine ausführliche Diagnostik und individuelle Beratung.
Gut zu wissen: Als Privatpraxis rechnen wir nach GOÄ ab. Gesetzlich Versicherte sind als Selbstzahler herzlich willkommen.
Hinweis: Der Link führt zur externen Terminbuchung über Medatixx. Es gelten die Datenschutzbestimmungen des jeweiligen Anbieters.
Dr. Katja Tischer
Dr. med. Katja Tischer ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin mit den Zusatzbezeichnungen Kinderpneumologie und Allergologie. Seit vielen Jahren betreut sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Allergien und Lungenerkrankungen in ihrer Privatpraxis am Ammersee. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf moderner Diagnostik und einem ganzheitlichen Behandlungskonzept, das die individuelle Lebenssituation der Patienten berücksichtigt.
Mehr über Werdegang und Qualifikationen von Dr. Tischer erfahren Sie auf der Seite „Mehr über Dr. Tischer“